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Sommer, Sonne, Wärme
Das kostbare Gelb
Es ist die Farbe des Lichts, der Sonne, des Sommers, der Wärme, des Goldes. Der Sonnengott Helios zog nach der griechischen Mythologie in seinem Wagen in gelbe Gewänder gekleidet über das Himmelszelt. In den asiatischen Kulturen galt in früheren Zeiten, aber auch heute noch, gelb als die Farbe der Glückseligkeit, des Ruhmes und der Weisheit. Die gelben Gewänder, die bei den Kaisern und Mönchen mit dem kostbaren Safran gefärbt wurden, waren für das Volk tabu. Man nimmt an das Gelb in China deshalb eine so große Rolle spielt, weil der große Gelbe Fluss (Huang Ho) die Fruchtbarkeit mitbringt. Das Wasser ist durch den mitgeführten Lössboden gelb gefärbt. An seinen Ufern ist der Boden besonders fruchtbar. In Indien tragen Bräute vor der Hochzeit zerrissene gelbe Kleider, um die bösen Geister zu vertreiben. In Ägypten, im Orient, in Russland und in Teilen des Balkans ist gelb die Hochzeitsfarbe, weil gelb beschützen und Glück bringen soll.
Ärger, Neid, Geiz
Das geächtete Gelb
In Europa war gelb nie Herrschaftssymbol. Es war aber die Farbe der römischen Liebesgöttin Venus, deshalb galt gelb auch als Farbe der Liebe und der Wolllust. Im Mittelalter wurde sie aus diesem Grund die Farbe der Dirnen. Sie wurden gezwungen, ein gelbes Band, einen gelben Gürtel oder einen gelben Umhang zu tragen. Da gelb auch von weit her zu sehen ist, wurden sie so schon früh erkannt. So wurde gelb auch die Farbe der anderen Geächteten, die ihre Türen gelb kennzeichnen mussten. Ketzer mussten zu ihrer Hinrichtung ein gelbes Kreuz tragen. Bei den Nationalsozialisten im dritten Reich mussten sich die Juden mit einem gelben Judenstern kennzeichnen. Da Gelb weithin sichtbar ist, wurde sie auch zur Warnfarbe für alles Gefährliche. Die Farbe Gelb wird sehr schnell durch andere Stoffe oder auch beim Färben auf nicht reinweißen Stoffen verschmutzt. Das schmutzige Grüngelb erinnert an Eiter und Exkremente, deshalb wurde gelb mit den negativen Attributen Ekel, Ärger, Neid, Geiz und Eifersucht belegt.
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Wohnen in Gelb
Wenn wir in einen warmgelb gestrichenen Raum kommen, werden wir sofort an einen sonnigen lichten Tag erinnert, auch wenn draußen trübes Wetter herrscht und es kalt ist. Wir fühlen uns lebendig, warm, angeregt und an den Sommer erinnert. Gelb ist voller Lebensfreude und Energie, es hebt die Stimmung und fördert die Konzentration. In Räumen der Begegnung ist gelb wunderbar, in seinen Volltönen und auch in seinen milden Farbtönen wie beige, sand, creme, eierschale. Es regt unser Denken an, macht uns entschlussfreudig und wachsam. Gelbe Farben kann man gut in Kinderzimmern und Arbeitszimmern einsetzen.
Nicht so geeignet sind reine Gelbtöne in Räumen, die der Entspannung dienen. Menschen, die zu Depressionen neigen, sollten sich immer mit etwas gelb umgeben, manchmal reicht schon ein Strauß gelber Tulpen oder ein gelber Schal um den Hals.
Schon vor 17000 Jahren verwendeten Menschen gelben Ocker bei der Ausmalung ihrer Höhlen. Auch die alten Ägypter nutzten gelben Ocker für ihrer Wandgemälde. Goethe sagt zu gelb: „Das Auge wird erfreut, das Herz ausgedehnt, das Gemüt erheitert, eine unmittelbare Wärme scheint uns anzuwehen.“ |
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